Glöckchenruf

Glöckchenruf
von Antje Hemmer
2006, Holz Nägel Mullbinden Leinen Wachs Foto Lehm Glocke, 47 cm x 20 cm x 11cm
Diese Arbeit ist aus dem Werkblock "Sei schön lieb". 2006.
An der Oberfläche ist alles heil, völlig in ordnung. Feingemacht und unbefleckt. Dahinter verbergen sich unzählige Regeln, Angst, Schwäche und Missbrauch. Die gesellschaftliche Stellung des Kindes ist untergeordnet. Ein Kind hat zu hören und zu funktionieren. Es wird bespielt ohne Zeitverlust. Eine Kinderseele, einen eigenen Willen, hat ein Kind nicht zu haben. Kinder sind sensibel und verfügen über etwas sehr Wertvolles und Bedeutendes. Der Kinderphantasie und dem Kinderspiel. Das eigene Spiel, das Zusammenspiel mit anderen Kindern, als eine soziale Vorübung im Miteinander. Ernstgenommen werden und seiner Phantasie Ausdruck zu geben wird überschattet von gesetzten Einschränkungen und Regeln. Der Erwachsene scheint sich nicht mehr an seine Kindheit zu erinnern. Seine tiefempfundenen Freuden und auch Kränkungen. Hat er alles über sich vergessen, nur weil er jetzt erwachsen ist und zu den Großen der Welt gehört?