Fotografie, digitale Bildbearbeitung und Zeichnung
Alexander Schräpler beschäftigt sich in seinen Fotografien mit dem Lebensraum des Menschen zeigen. Mit seinen karikaturhaften Strichzeichnungen hingegen, deren besonderer Schwerpunkt auf dem unmittelbaren emotionalen Ausdruck liegt, befasst er sich mit den Menschen, Emotionen und Beziehungen.
Die fotografischen Arbeiten, zum Teil durch subtile digitale Nachbearbeitung in ihrem Ausdruck gesteigert, widmen sich Ausblicken auf Landschaften, Einblicken in Räume, aber auch kleinen, malerischen Details aus der Alltagswelt des Menschen im beginnenden 21. Jahrhundert. Dabei wird die malerische Qualität durch die Präsentation unterstrichen, die in erster Linie in Form von großformatigen Digiprints auf Stoff erfolgt. Ein Teil der Arbeiten konzentriert sich dabei so stark auf Farbe und Struktur, dass die Grenze zur ungegenständlichen Kunst überschritten zu sein scheint.
Die Zeichnungen dagegen bieten in ihrer expressiven und zugleich minimalistischen Art Einblick in die Gefühlswelt und die soziale Beziehungen von Menschen. Der authentische Reiz der Arbeiten wird dadurch erhöht, dass sie nicht ruhig und überlegt auf Zeichenpapier, sondern spontan, ungefiltert und unmittelbar auf die Rückseite von Fehlausdrucken des heimischen PC gebannt wurden. Die so durchscheinenden Überbleibsel des täglichen Lebens bilden sowohl ästhetischen als auch thematischen Hintergrund für die Zeichnungen mit ihrer zum Teil aus Comic und Karikatur entlehnten Formensprache.
Beiden künstlerischen Ansätzen ist die intuitive und reduzierte Herangehensweise gemein. So wird bei den Fotoarbeiten ohne Stativ, Inszenierung oder künstliche Ausleuchtung gearbeitet. Vorgefundenes wird unmittelbar eingefangen. Die Zeichnungen werden quasi „in einem Strich“ - also ohne thematische oder kompositorische Vorüberlegungen oder aber nachträgliche Korrekturen - schnell und unmittelbar zu Papier gebracht. Gedanken-, Erinnerungs- und Emotionsfetzen werden so gestisch direkt ausgedrückt.
