Harald Heubeck

Presse

Ein Ausnahmekünstler

Geboren 1959 in Nürnberg, lebt Harald Heubeck in Sugenheim, inmitten der Abgeschiedenheit des Steigerwaldes, und arbeitet in der Eremitage eines verlassenen Bauernhofes. Dort entstehen seine Bilder von eindringlichem, zum Teil bedrohlichem Realismus.

Dieser Realismus war verpönt in der Zeit, als Harald Heubeck anfing zu malen, auch die altmeisterliche Malweise, die sich der Autodidakt mit der Eitempera-Farbe über viele Jahre selbst erarbeitet hat.

Wie viele später große Künstler ist Harald Heubeck zunächst an der Akademie abgelehnt worden.

Es folgten lange Jahre der Malerei im Selbststudium, und hoher Ansprüche an sich selbst. Zahllose Arbeiten, mit Fleiß und Akribie entstanden, landeten aus seiner Sicht zunächst in der maltechnischen und künstlerischen Sackgasse und dann auf dem Müll.

Nach vielen vernichteten Bildern, auch einschneidenden persönlichen Erlebnissen platzte 2004 plötzlich der Knoten und es entstand eine Reihe von Werken, die den Ansprüchen von Harald Heubeck endlich gerecht wurden.

2005 und 2006 war er Teilnehmer der Werkschau des Kunstpreises der Nürnberger Nachrichten im Kunsthaus Nürnberg. Dort war er unter den 10 %, die aus den ca. 600 Bewerbern für die Teilnahme ausgewählt wurden. (Bilder „Waschmittel“ und „Esser“, gezeigt auch auf der Wanderausstellung in Skopje, Mazedonien).

Inzwischen gibt es in der Galerie in der Promenade (Königswarterstrasse 62, 90 762 Fürth, Tel. 0911 70 66 60, www.galerie-in-der-promenade@web.de) schon die zweite Einzelausstellung in Fürth (2005: Galerie Seeling Fürth, sowie eine Gruppenausstellung im Dezember 2006 in Nürnberg.

Eine Verbindung zur sog. neuen Leipziger Schule der Gegenwartskunst soll nicht konstruiert werden, aber typische Elemente auch der Leipziger Schule finden sich in seinem Werk wieder: hoher künstlerischer Anspruch, verbunden mit bewußter Gesellschaftsanalyse, und das vorgetragen mit bemerkenswertem handwerklichen Können, figurativ, realistisch und oft orientiert an alten Meistern (vgl. z.B. Tübke).

Heubecks Arbeitsweise ist konstruktiv, nicht intuitiv - gegenläufige Perspektiven und Fluchtpunkte werden nach mathematischen Sätzen (Pythagoras) ausgerichtet, konstruierte Farben und Designs beleben die Persönlichkeiten der dargestellten Personen.

Der Künstler pflegt ein kritisches, oppositionelles aber auch pessimistisches Weltbild. Ist die Stimmung seiner Arbeiten morbide? Mag sein, optimistisch stimmt jedoch seine Schaffenswut.

Darin ist er Perfektionist, ein professioneller Sisyphos. Seine Präzision geht dem äußeren Eindruck auf den Grund, schaut auf Dinge, die ihre innere Bedeutung in der von außen erkennbaren, realen Form tragen.

Wie geht es weiter?

Sei einem Jahr entsteht ein neues Großwerk, auf dem über 800 Personen individuell dargestellt sind. Hierüber wurde im Fernsehbeitrag des Bayerischen Rundfunks zuletzt berichtet. Typisch für Heubeck sind auch hier Überschneidungen der Bildgegenstände so, dass kein Hintergrund oder Zwischenraum bleibt - es gibt grenzenlos viele Bilddetails zu entdecken.

Text: Christian Fritsche; 2006